In einem ersten Portrait schauen wir uns eine ehemalige Bronnbacher Stipendiatin des Jahrgangs 2009 / 2010 an: Julia Kowalski. Julia hat Wirtschaftswissenschaft mit den Vertiefungen Wirtschaftsinformatik, Operations Research und Wirtschaftspolitik in Bochum studiert und im März 2010 ihr Diplom erhalten. Seit April 2010 befindet sie sich im eineinhalbjährigen Traineeprogramm der Deutschen Bank in Frankfurt.

Für das Stipendium hat sich Julia damals aus vielen Gründen beworben. Im Vordergrund standen aber vor allem ihre Erfahrungen aus einem Praktikum beim Theater und ihr daraus entstandenes (aber noch nicht sehr fundiertes) Interesse an Kunst und Kultur.

Innerhalb des renommierten Traineeprogramms der Deutschen Bank gehört Julia der Business Division "Information Enterprise Services " an. Auf Deutsch gesagt: der IT des Hauses, die sich (im Gegensatz zum Bereich Applikationen) insbesondere mit der Infrastruktur der Bank befasst.  Dazu gehören in 72 Ländern und 3.000 Gebäuden nicht weniger als 30.000 Server und 105.500 Desktop PC´s, die es zu betreuen gilt.

Üblicherweise rotieren die Trainees während des Programms zwischen drei Abteilungen. Julias erste Station war die sog. Business Line “Enterprise Services” im Department "Continual Service Improvement”. Neben dem Tagesgeschäft war es ihre Aufgabe dort, eine Metrik zur Messung von Prozesskomplexität zu entwickeln. In der aktuellen zweiten Abteilung „Service Operations“ unterstützt sie die Organisation eines Outsourcingprojektes und lernt dadurch nebenbei sehr viel über die internen Zusammenhänge der Bank. Mitte des Jahres startet dann die letzte Station, dessen Inhalt aber noch nicht feststeht.

Zur Vorbereitung auf diese umfangreichen Aufgaben haben sich alle Trainees aus der ganzen Welt im Vorfeld sechs Wochen in London getroffen und dort in kleinen Teams Fragestellungen des Senior Managements bearbeitet. Julias Aussagen zufolge besteht eine sehr gute Betreuung und sie würde das Programm jedem weiterempfehlen.

Im Bronnbacher Sinne ist natürlich auch interessant, wie die Deutsche Bank im Bereich Kunstförderung auftritt und wie Julia durch das Stipendium für diesen Bereich sensibilisiert wurde.

Zum ersten Punkt kann man sagen, dass die Deutsche Bank ein extrem breites Programm an Kunst- und Kulturförderung besitzt:

-          Jedes Jahr gibt es einen speziell geförderten „Artist of the Year“. Im Jahr 2011 ist dies Yto Barrada.

-          Es werden Museen, wie bspw. die Schirn Kunsthalle Frankfurt, das Städel Museum Frankfurt, das Deutsche Guggenheim in Berlin und noch viele weitere unterstützt.

-          Es gibt Förderprogramme der Deutschen Bank Stiftung, wie z.B. opernStart, das an das Bronnbacher Stipendium erinnern könnte.

-          Häufig werden Freikarten zu kulturellen Veranstaltungen innerhalb der Mitarbeiter der Deutschen Bank verlost.

Die interne Verlosung bringt uns auch zum zweiten Punkt: Wie hat das Stipendium Julia für den Bereich Kunst sensibilisiert? Nach ihren eigenen Aussagen: Sehr! Schon oft konnte sie die zahlreichen Angebote der Bank wahrnehmen und mit anderen Kunstinteressierten aus der Deutschen Bank Ausstellungen und Musikaufführungen besuchen. Die gemeinsamen Besuche der gesponserten Veranstaltungen haben auch zu einer Dynamik geführt, so dass man mittlerweile in kleineren Gruppen gemeinsam kostenpflichtige Angebote besucht.

Bei der Frage, ob sie diese Angebote auch ohne das Bronnbacher Stipendium wahrgenommen hätte, antwortet Julia ganz ehrlich: „Ich denke, dass ich diese Angebote der Deutschen Bank viel zögerlicher oder evtl. auch gar nicht wahrgenommen hätte. Das Stipendium hat mir gezeigt, wie viel Kunst in all seinen Facetten zu bieten hat und wie sehr ich den Austausch über das Gesehene und Gehörte in der Gruppe genießen kann. Damit bietet sich ein guter Ausgleich zum Stress in der Bank.“

Für ihr Traineeprogramm und den weiteren beruflichen Weg wünschen wir Julia alles Gute!